Ein starkes Buch zur Outcome-Evaluation

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… erinnert an unsere  Herkunft und weist Wege in die Zukunft

Das Evaluationsverständnis von Univation hat sich in den 1990er Jahren herausgebildet. Damals wurde das Thema Evaluation und Selbstevaluation in der Kinder- und Jugendhilfe durch den damaligen Grundsatzreferenten für den Kinder- und Jugendplan der Bundesregierung, Wennemar Scherrer, auf die Tagesordnung gesetzt. Vielen aus Politik, Verbänden und Wissenschaft erschien sein Drängen darauf, dass öffentliche Mittel sich in nachweisbaren Veränderungen und Vorteilen für die Zielgruppen niederschlagen müssen, visonär. Gewünschte Veränderungen und Vorteile für Zielgruppen bezeichnet man heute als "Outcomes", das messen der Zielerreichung als "Outcome-Measurement ".

Mit einer Förderung aus dem Kinder- und Jugendplan konnten wir - damals zusammen mit Prof. Maja Heiner von der Universität Tübingen – Robert Stake und Michael Patton zu Workshops nach Deutschland einladen. Sie haben demonstriert, was es heißt, Evaluation in den Dienst der Programme und letztlich deren Zielgruppen zu stellen.

Diese Ideen haben den Pfad der nutzungsfokussierten Evaluation vorgezeichnet: Den Auftraggebenden, den Programmverantwortlichen  und weiteren relevanten Stakholdern diejenigen Informationen und Bewertungen zur Verfügung zu stellen, die sie für die Weiterentwicklung ihrer Programme benötigen. Oft wirken wir auch mit, Programme evaluierbar zu machen, d. h. Ziele zu schärfen, auf ihre Bedarfsgerechtigkeit zu prüfen und die Interventionsbündel auf die Ziele hin abzustimmen. Dies kann man auch Wirkungsorientierung oder Outcome-Orientierung nennen.

Der Programmbaum ist eine Metapher und ein Hilfsmittel, die Logik eines Programms zu entwickeln und zu schärfen. Schliesslich sind wir überzeugt, dass es mehr und mehr darum geht, evaluatives Denken in die Programme und Projekte "einzubauen". Relevante Daten entstehen so als Beiprodukt der sozialen oder pädagogischen Dienstleitungen: Datenerhebung ist nicht mehr Zusatzaufwand sondern integrierter Bestandteil des fachlichen Handelns.

Eine Überraschung bietet das Buch von Liz Hoggarth und Hilary Comfort aus dem englischen Birmingham, das diese Evaluationsprinzipien - und -methoden auf dem Hintergrund reicher Erfahrungen systematisch und für die Adressatengruppe der Programmverantwortlichen aufbereitet. In weiten Teilen entspricht "Outcome-Evaluation" unserem Evaluationsverständnis. Das Buch zeigt, wie nutzungsfokussierte Evaluation konsequent und ethisch reflektiert umgesetzt werden kann.

Mehr finden Sie in der Rezension auf www.socialnet.de
http://www.socialnet.de/rezensionen/9296.php